Das Gleichnis vom Sämann aus dem Matthäus-Evangelium
Aus Zeiten Schrift 94/2018 S. 59

„Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen. Als er säte, fielen ein Teil auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen es.“

Damit sind jene Menschen gemeint, die keine „geistigen Antennen“ haben, weshalb spirituelle Lehren sie gar nicht erst interessieren – sie gehen beim einen Ohr rein und beim anderen wieder raus.

„Ein anderer Teil fiel auf festen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hoch stieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzel hatte.“

Das sind jene Menschen, die schnell Feuer und Flamme sind und sich für eine neue Lehre begeistern, aber rasch wieder die Flinte ins Korn werfen und sich abwenden, sobald ihr individueller geistiger Pfad ein wenig steinig und anstrengend wird.

„Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.“

Bei solchen Menschen findet die Lehre ein offenes Ohr und sie streben nach einem spirituellen Leben. Doch leider schützen sie ihr Bewusstsein zu wenig und geben sich unvollkommenen Gedanken und Gefühlen hin. Mit der Zeit nagen Kritiksucht und Zweifel immer stärker am Fundament ihres Glaubens, bis sie sich schließlich vom geistigen Pfad abwenden.

„Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!“

Hier sprach Jesus von jenen, die bereit sind, die Lehren zu leben, wenn es auch Mühen mit sich bringt. Die es in Selbstdisziplin auf sich nehmen, für die Reinigung ihrer Seele zu arbeiten und darin fortfahren, bis sie siegreich das Ziel erreichen. So werden sie zu einem inspirierenden Vorbild für andere – zum „Fleisch gewordenen Wort“, um eine sehr biblische Formulierung zu wählen.

P.S. Übrigens hat Jesus gefastet, wenn er in die Klarheit tiefer eintauchen musste, um weitergehen zu können. Er zog sich zurück aus seinem Umfeld, um wieder vollkommen in die Anbindung mit „seinem Vater“ zu kommen.
Bei Menschen, die schon tiefgreifende Blockaden manifestiert haben und dadurch Krankheiten entwickeln, die den Körper zerstören kann das Fasten nach Rudolf Breuß Wunder bewirken. Es kommt dem Fasten von Jesus sehr nahe und kann schlechthin als „Lichtnahrung“ bezeichnet werden.
Aber vielleicht lohnen sich auch kleinere Schritte, um den Körper und den Verstand zu entgiften, die Seele zu erleichtern und zu beflügeln, sowie die Verbindung zu unserer Quelle aufrecht zu erhalten und zu erneuern.

Alles Liebe
Caterina